Experteninterview Pelletheizung Martin Bentele

Herr Bentele, Pelletheizungen stoßen bei den Verbrauchern auf reges Interesse. Was macht den Brennstoff Holzpellet so interessant?

Bentele: Na ja, das Interesse könnte größer sein. Generell wird der Heizungs-tausch nicht als so wichtige Maßnahme wahrgenommen, wie er es eigentlich ist. Wer auf eine Pelletheizung umsteigt, tut seinem Geld-beutel etwas Gutes und schont das Klima. Wenn es um den Klimaschutz geht, ist Holz als Energieträger ohnehin unschlagbar. Mit Pellets heizen, heißt also Geld und CO2 einsparen, und letztlich entspricht die Pelletheizung auch einer besonderen Lebensart.

 

"Werden Pellets teurer werden?" Wie stehen Sie zu dieser häufigen Verbraucherfrage?

Martin Bentele über Pelletheizung

Als Land mit den höchsten Holzvorräten in Mitteleuropa ist Deutschland weltweit mit den USA der größte Pelletproduzent. Der Energieträger wird an rd. 70 Standorten hierzulande hergestellt, und der Verbraucher kann auf ein mittlerweile ausgeprägtes Händlernetz zurückgreifen. Das bedeutet Konkurrenz überall, und davon profitiert der Verbraucher. Ich kenne keinen anderen Energieträger als Holz und Pellets, bei dem sich der Preis aufgrund funktionierender Marktmechanismen und ohne Spekulationseinfluss bildet. Das heißt nicht, dass Pellets nicht auch teurer werden, aber nachvollziehbar und  berechenbar. Genauso wie der Saisonpreis. Die meisten Pelletheizer wissen, dass man sich am besten im Frühsommer mit Ware eindeckt.

 

Ist die höhere Investition in eine Pelletheizung auch betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen?

Trotz einer höheren Investition als bei einer Ölheizung rechnet sich die  Anschaffung einer Pelletheizung noch unter zehn Jahren. Das liegt am deutlichen Brennstoffkostenvorteil und auch an der staatlichen Förderung. Im Dezember 2010 sind Pellets rd. 40 Prozent günstiger als Heizöl. Da lassen sich im Jahr schnell 1.000 EUR einsparen. Der Staat gibt über das Marktanreizprogramm (www.bafa.de) mindestens 2.000 EUR für den Wechsel auf eine Pelletheizung. Wer einen Pufferspeicher dazu stellt, was Sinn macht, bekommt noch einmal 500 EUR dazu.


Pellets sind CO2-neutral, aber was ist mit der Feinstaubbelastung, die seit der Feinstaubplakette für PKW diskutiert wird?

In Deutschland gibt es seit März 2010 eine novellierte Feinstaub-Verordnung
für kleine und mittlere Heizanlagen (1. BImSchV), die strenge Regeln für
Holz- und Pelletheizungen enthält. Das finde ich richtig, denn wer mit Holz
heizt soll auch nachweisen, dass er das tut, ohne die Luft zu verpesten wie
das leider mit vielen alten Öfen auf dem Lande noch praktiziert wird. Die in
der 1. BImSchV vorgeschriebenen Grenzwerte für Staubemission werden von
allen modernen Pelletheizungen der bekannten Hersteller eingehalten und zwar nicht nur die aktuellen, sondern auch schon die ab 2015 geltenden, dann noch einmal strengeren Werte.


Ein Vorteil der Pelletheizung ist die freie Lieferantenwahl. Ist es hier egal, wo ich bestelle oder worauf sollte jemand achten, der den Kauf einer Pelletheizung plant?

Sie sollten einmal auf Anlagen der bekannten Hersteller aus Deutschland oder
Österreich zurückgreifen. Auf unserer Internetseite sind unter
http://www.depv.de/verbandsprofil/mitglieder/kessel-und-ofenhersteller/ die
bekanntesten Unternehmen aufgelistet. Bei der Wahl des Heizungsbauers
erfahren Sie von diesen Herstellern, an welchen kompetenten Installateur vor
Ort Sie sich wenden können.


Gibt es beim Brennstoff auch qualitative Unterschiede?

Sie sagen es, die Qualitätsfrage der Pellets ist mit entscheidend für den
einwandfreien Heizungsbetrieb. Seit diesem Jahr gibt es in Deutschland mit
dem ENplus-Zeichen einen neuen Qualitätsstandard. Pellets mit dem ENplus-Zeichen erfüllen zum einen strenge Produktanforderungen wie niedrige Werte beim Ascheanfall oder dem Feuchtigkeitsgehalt. Das tatsächlich Neue daran sind aber die Anforderungen, die der Händler nachweisen muss, der ENplus-Pellets verkauft. Er muss besonders kompetent mit den Pellets umgehen, von der Lagerung bis zum geschulten Fahrer, der beim Kunden die Pellets einbläst. Qualitätsbewusste Verbraucher sollten auf das ENplus-Zeichen achten. Auf der Internetseite www.enplus-pellets.de findet man die ENplus-Händler.

 

Martin Bentele ist Geschäftsführer des DEPV. 

Zum DEPV: Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV, www.depv.de) mit Sitz in Berlin vertritt als Unternehmensverband seit 2001 die Interessen der Firmen, die sich mit dem Thema Heizen mit Pellets und moderner Holzenergie beschäftigen. Das Verbandsspektrum reicht mit Pelletproduzenten und dem Handel von der Rohstoffseite bis zur Feuerungstechnik, die von Heizungs- und Ofenherstellern vertreten wird. Dazu kommen Unternehmen, die Zubehör wie z.B. Lagertechnik herstellen. Rd. 100 Unternehmen unterstützen den Verband. Seit 2008 existiert mit dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI, www.depi.de) eine Einrichtung, die sich vorrangig um das Dachmarketing und um eine übergreifende Kommunikation für die Branche kümmert. Für das DEPI engagieren sich prominente Pelletbotschafter wie der Rapper Thomas D, Vier-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt oder Rennfahrer Hans-Joachim Stuck.